Weinlese-Bericht 2024

Aufgrund des Frosts im Frühjahr war früh klar, dass wir mit einem kleineren Jahrgang rechnen müssen. Gleichzeitig machte es der Wetterverlauf während der Vegetationsperiode erforderlich, unseren ökologischen Pflanzenschutz in allen Weinbergen engstmaschig zu betreiben! So bewirtschafteten wir auch Weinberge im 5-Tage-Rhythmus, in denen 2024 kein Ertrag zu erwarten war, um die Reben für kommende Jahre zu erhalten.
Gleichzeitig waren die Weinberge dank der reichlichen Niederschläge optimal versorgt. Mitte August leuchteten die Blätter in einem satten Grün, während uns das Wetter mit einer willkommenen Trockenphase beschenkte.

Ende September zeigten die Trauben entlang des Rheins eine gute physiologische Reife bei passenden Mostgewichten. Daher starteten wir dort mit der Weinlese 2024, noch bevor die angekündigten starken Niederschläge eintrafen. Danach nutzten wir die regenfreien Zeitfenster präzise aus und ernteten auch an den Wochenenden durchgehend die abgetrockneten Trauben. Eine verzettelte Lese, kurz und knackig. Selektiv wurden die Trauben in zwei Eimer gelesen, um die ideal goldgelben, aromaintensiven Beeren herauszuarbeiten. Mit Euphorie und Freude an unserem Handwerk haben wir die Trauben weiterverarbeiteten.

Vor allem die Mazeration sorgt dabei immer für besonders gute Laune im Team: Wer darf als Nächstes die Beeren in der Lesebox anquetschen? Durch das Anquetschen der Beeren mit den Füßen stellen wir sicher, dass die Beerenschale aufreißt und mit dem Traubensaft in Kontakt kommt, ohne die Kerne oder Stielgerüste tanninauswaschend zu verletzen. So fördern wir die optimale Extraktion wertgebender Inhaltsstoffe aus der Beerenschale und erhalten Moste, die charakterstark in die Gärung gehen. Wir sind gespannt auf die Jungweine, die nun im Keller vergären.